Einmal Sonne bitte! Kurztrip nach Andalusien im November – Stiere, Tapas und Geheimtipps

Kathedrale Sevilla

Die besten Infos für deinen Kurztrip nach Andalusien in die Region um Jerez de la Frontera und meine Erfahrungen findest du zusammengepackt in diesem Reisebericht.

Zur Fortbewegung in Andalusien empfehle ich einen Mietwagen, da die Kosten sind überschaubar und die Verkehrsverhältnisse entspannt. Auf diese Art lässt sich Andalusien individuell erkunden.

# Anreise mit Überraschungen

*nie wieder dieses Hotel

Die Anreise nach Jerez de la Frontera war wohl das größte Überraschungspaket. Es begann alles mit einer Flugbuchung mit Zwischenlandung über Nacht in Köln und Weiterflug am nächsten Morgen. Wir wollten zeitig in Jerez de la Frontera landen um möglichst viel von unserer Zeit in Andalusien zu nutzen. Für die Übernachtung habe ich ein schönes Hotel in der Nähe des Flughafens gebucht.

Die Suche war eine Herausforderung für unseren Orientierungssinn. Der Taxifahrer brauchte noch ein wenig Unterstützung seine Berufung als Taxifahrer zu entdecken. Mit Geduld und mit Hilfe von Mr. Google Maps hatte auch er ein Erfolgserlebnis und fuhr uns sicher ans Ziel. Bei der Hotelsuche waren unsere Fähigkeiten der Widererkennung gefragt. Schnell fand sich ein Bild bei Booking, das die Gebäude in der Nähe der Adresse zeigt. Mit ein wenig Intuition haben wir alles gefunden, obwohl draußen ein anderer Name dran stand. Man wächst auch auf einer Reise mit seinen Herausforderungen. 

Die Schlüssel lagen wie vereinbart in einem Zahlensafe. Voller Vorfreude auf das Bett stolperten wir allerdings über einen Wischlappen auf der Treppe in ein benutztes Zimmer. Das eine Bett zerwühlt- sollte das wirklich unser Zimmer sein? Auf Nachfrage beim Hotelier wurde uns mitgeteilt, dass die Schlüssel offenbar verwechselt wurden und wir im Zahlensafe ein anderes Fach mit einem anderen Schlüssel probieren sollten. Wieder zurück mit dem Schlüssel und nun in der zweiten Etage fanden wir ein Zimmer, welches leider nach Rauch roch. Für Nichtraucher ein wenig unangenehm ist. Auf erneute Nachfrage erfuhren wir, dass es das einzige freie Zimmer wäre. Das sind die Momente einer Reise bei denen wir immer ein „Gott sei Dank so und nicht schlimmer“ im Reisegepäck haben.

*keine normale Taxifahrt zum Flughafen Köln

Übermüdet und geschafft von der Nacht warteten wir pünktlich 6 Uhr in der frischen Morgenluft auf das bestellte Taxi zum Flughafen. Die Taxifahrt war eine Überraschung der ganz besonderen Art. Ein wenig verwundert über den Nebel, der aus dem Kofferraum kam, luden wir die Koffer ein. Im Auto saßen wir dann unter einer Diskokugel samt Lichtshow und Nebelmaschine. Rote, grüne, blaue und gelbe Punkte tanzten an der Decke des Wagens. Unser Taxifahrer Easy drehte die Musik auf und projizierte Liedtexte an die Wagendecke. Mit Helene Fischer ging es „Atemlos durch die Nacht“ oder wie in unserem Fall durch den Morgen. Abwechselnd wurden wir mit Seifenblasen und Nebel vollgepustet. Easy sang in schönem Kölsch ins Mikrofon und reichte uns ebenfalls Mikros zum Mitsingen. Putzmunter und fröhlich stiegen wir am Flughafen Köln im Nebel aus und ernteten einige neugierige Blicke. Wir waren doch tatsächlich im Party Taxi von Köln gelandet! Grandios.

Seit einigen Jahren gibt es das „Easy Taxi“ von Kürsat Isikoglu in Köln schon. Wer die 2882 wählt, kann ihn so wie wir zufällig erwischen. Ansonsten kann man Easy direkt kontaktieren oder auf seiner Facebook-Seite vorbeisehen. Das Party Taxi von Köln fährt trotz aller Extras zum üblichen Beförderungstarif von etwa 1,80 Euro pro Kilometer. Wenn ich je wieder ein Taxi in Köln brauche, dann wird es definitiv wieder das Party Taxi von Easy.

Kurztrip Andalusien - Sevilla- Flamenco

# Sevilla – die schönste Stadt in Andalusien?

Vom Flughafen in Jerez de la Frontera ging es direkt mit dem Mietwagen auf die AP-4 Richtung Sevilla (Maut 7,30 € pro Strecke, ca. 90 km, 1h 10 min). Für den Nachmittag hatten wir Karten für den Königspalast Alcázar mit seinen unglaublich schönen Gartenanlagen in Sevilla.

Geparkt haben wir gleich zentral im Parkhaus Roma, Av. Roma, 13, 41013 Sevilla. Wenn man nach draußen kommt ist man mitten in der Stadt und viele Sehenswürdigkeiten der Innenstadt sind zu Fuß schnell zu erreichen. Feurige Flamencotänzerinnen unterstützt von einer Liveband und Straßenkünstler versprühen bei strahlendem Sonnenschein sofort spanisches Flair. Die Sonne haben wir gleich auf der Terrasse eines Tapas- Restaurant beim Mittagessen genossen. Im Vergleich zum Novemberwetter in Deutschland mit Nebel, Regen und 3 Grad ein wahrer Genuss. Durch die Tapas sollte man sich unbedingt probieren. Es ist definitiv für jeden Geschmack was dabei.

Gestärkt ging es zu einer kleinen Tour durch die Innenstadt von Sevilla. Vorbei am Torre del Oro, an der Kathedrale, wo gerade eine Hochzeit mit bezaubernden Kleidern stattfand, hin zur Plaza Nueva mit dem Rathaus führte unser Weg durch die belebten Seitengassen hin zur Real Alcàzar von Sevilla. Eine gute Übersicht zu den Sehenswürdigkeiten in Sevilla findest du hier.

*Königspalast Real Alcàzar Sevilla

Der Alcazar Palast ist neben der Alhambra in Granada definitiv eines der beeindruckendsten, historischen Bauwerke Andalusiens. Wenn man in Sevilla ist, sollte man unbedingt einen Besuch im Königspalast El Alcázar einplanen und in die Schönheit des majestätischen Bauwerks wie aus 1001 Nacht eintauchen. Wir waren im November in Sevilla und selbst da sollte man unbedingt vorher Tickets für den Alcazar buchen, um die Warteschlangen zu vermeiden. Der Alcázar gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Der Alcazar ist ein weitläufiger Komplex aus verschiedenen Bauelementen mit wunderschöner Gartenanlage, die von englischen, arabischen und römischen Gartenbaustilen, sowie Einflüssen aus der Renaissanceepoche geprägt ist. Hier, in der Ruheoase mitten in der Stadt, lässt es sich wunderbar erholen. Pavillons, Statuen, antike Säulen, ein Säulengang mit Blick auf die umliegenden Gebäude und plätschernde Wasserspiele und Springbrunnen machen die Gärten zu einem kleinen Paradies.

Die Errichtung des Alcazar Palastes hat eine lange, bis in maurische Zeit zurückgehende Baugeschichte und ist bis heute die offizielle Residenz der spanischen Könige und damit die älteste noch erhaltene Königsresidenz Europas.

Die vielen Gebäude, die besichtigt werden können, werden von maurischen, frühchristlichen und gotischen Elementen beherrscht. Dabei schlendert man an pompösen Wandverkleidungen, bunten Mosaiken und filigranen Deckenverzierungen vorbei. In prächtigen Sälen und faszinierenden Gemächern werden das Leben im Mittelalter und die Geschichte wieder lebendig. Wie aus 1001 Nacht wirken die Innenhöfe mit ihren prachtvollen Ornamenten und Springbrunnen. Faszinierend ist auch das Bad im Untergeschoss. Hier hätte ich früher auch gern ein Bad genommen.

Man kann entspannt mehrere Stunden im Alcazar Palast verbringen und wenn man keine Tour bucht, empfehle ich für 6 € einen Audioguide vor Ort ausleihen. Dieser erklärt an den jeweiligen Punkten in kurzen Erzählungen die Bedeutung und Geschichte des Alcazar Palastes. Den Audioguide gibt es auch in Deutsch, obwohl diese Sprache auf der Homepage nicht aufgeführt ist.

Preise und Öffnungszeiten Real Alcazar Sevilla

Preise

Hier kannst du die Tickets buchen, um die langen Warteschlangen zu vermeiden. Für das Onlineticket wird ein Aufschlag von 1 € verlangt. Es gibt folgende Möglichkeiten (Preise pro Erwachsener, Vergünstigungen für Senioren, Studenten, Jugendliche und Menschen mit Behinderung):

  • Eintritt 12,50 €
  • Eintritt mit Audioguide 18,50 €
  • Eintritt mit Audioguide und Cuarto Real Alto (erster Stock des Palasts von Pedro I) 23 €
  • Eintritt und Cuarto Real Alto 17 €

Tipp: Am Montagabend von Oktober bis März von 16-17 Uhr und von April bis September von 18 bis 19 Uhr kann der Alcazar kostenlos besichtigt werden.

Tipp: Von Juni bis September finden am Abend fast täglich Konzerte von klassischer Musik über Flamenco in den Gärten des Alcazar statt (Noches en los jardines del Real Alcázar).

Öffnungszeiten der Real Alcazar von Sevilla:

Oktober bis März: täglich 9:30 bis 17:00 Uhr

April bis September: täglich 9:30 bis 19:00 Uhr

Geschlossen: 1. und 6. Januar, Karfreitag und 25. Dezember

Für die Abendbesichtigungen öffnet der Alcázar donnerstags und freitags von 21 bzw. 22 bis 23 Uhr seine Pforten (abhängig vom Monat).

# Conil de la Frontera – mein kleiner, wunderbarer, Geheimtipp am Meer

Von Sevilla fuhren wir über die AP 4 in Richtung Süden nach Conil de la Frontera, einem weißen Küstenort in der Provinz Cadiz, der zur Route der weißen Dörfer gehört. Conil de la Frontera, das an der Costa del la Luz, der Atlantikküste im Süden Spaniens, liegt, zieht im Sommer tausende von Touristen und Einheimischen an und hat sich dennoch seine Ursprünglichkeit und Ruhe bewahrt. Die Spanier selbst machen sehr gern Urlaub hier, wodurch es sehr authentisch ist und nicht mit einer Bettenburg an der Costa del Sol zu vergleichen ist. Die spanische und andalusische Kultur wird in Conil greifbar. Highlight sind zweifelsohne die breiten, hellen Sandstrände, die sich weit nach Norden und Süden erstrecken. Größtenteils naturbelassen und wenig bebaut liegen sie malerisch um Conil. In der Nebensaison hat man die kilometerlangen Sandstrände fast für sich allein. Toll ist, dass es statt großer Hotelketten in Conil de la Frontera eher Pensionen, Ferienhäuser und kleinere Hotels gibt. Übernachtet haben wir im Hostal Lojo, welches ich weiterempfehlen kann. Das Frühstück wird bei einheimischem, spanischem Flair in der Bar serviert. Die Bar war bereits voll mit durstigen Männern. Es gibt neben einem frisch gepressten Orangensaft ein Toastbrot, welches man mit Käse, Marmelade oder Schinken belegen kann. Das besondere Topping dazu war definitiv die selbstgemachte Tomatensoße aus dem Zuckerstreuer.

Kurztrip Andalusien - spanisches Frühstück

*Tapas Bar “La Tahona” in Conil de la Frontera

In der Altstadt, mit den vielen kleinen Gassen und weißen Häusern, finden sich zahlreiche Geschäfte, Bars und Restaurants. Hier kann man traditionelle, andalusische Tapas finden. Sehr zu empfehlen ist die Tapas Bar „La Tahona“ auf der Calle la Virgen, 11140 Conil de la Frontera. Es ist ein perfekter Ort, um eine große Auswahl ausgezeichneter Tapas in kleiner und gemütlicher Atmosphäre zu probieren. Wir haben uns mit unseren vorhandenen Spanischkenntnissen und Übersetzerapp durch das Angebot gekämpft und alles war so lecker, dass wir gleich mehrfach da waren. Beim zweiten Besuch mussten wir immerhin ein bisschen weniger übersetzen.

Tipp: Unbedingt den Tahona-Kabeljau probieren!

Am nächten Tag erkundeten wir die Stadt und spazierten am wunderschönen, breiten Sandstrand entlang. Die Sonne des gestrigen Tages war leider immer mal wieder verschwunden und wir hatten wohl einen der 7 Regentage im November erwischt.

https://www.reise-klima.de/klima/andalusien

Die Touristeninfo im Ort gab uns hilfreiche Tipps und so planten wir für den nächsten Tag einen ganz besonderen Ausflug mit Toro4x4. Was sich hinter Toro 4×4 verbirgt, erkläre ich gleich.

Nach einem Tinto de Verano und einem kleinen Mittagsschlaf saßen wir am Abend im Haus der Kulturen „Casa de la Cultura“ unter Einheimischen beim Flamenco Abend. Diesen Tipp haben wir von der Touristeninformation bekommen. Eine Sängerin bot in Begleitung eines Gitarristen kräftige und berührende Flamencomusik. Diesen Abend werden wir so schnell nicht vergessen.

Kurztrip Andalusien - Flamenco

*Umgebung von Conil

In der Umgebung von Conil de la Frontera gibt es ebenfalls viel zu erkunden. Wenn man die schmalen Gassen der Altstadt verlässt, kann man die wunderschöne Weite der Strände und die ländliche Idylle genießen. Mit langen Spaziergängen, Fahrradtouren oder auch Reittouren lässt sich die Natur wunderbar erkunden. Die Region ist bei Golfern und Wassersportlern genauso beliebt.

Conil ist einer von 30 Orten auf der Route der Weißen Dörfer (Ruta de los Pueblos blancos), die vor allem durch weiß gekalkte Häuser, dekoriert mit Blumentöpfen in bunten Farben, bekannt sind. Ein Großteil der Weißen Dörfer liegt in idyllischen Berglandschaften, wie den Naturparks Sierra de Grazalema und Los Alcornocales. Diese, sowie Gibraltar, Cadiz, Jerez de la Frontera, Sevilla und Ronda können in Tagesausflügen erkundet werden.

*Reittour – wilder Galopp am Strand

Im Reitzentrum La Patiña in Chiclana de la Frontera buchten wir einen zweistündigen Ausritt an den Strand. Den Link zum Reitstall und die Adresse findet ihr hier.

Ein Ausritt von 2 Stunden kostet 50 € pro Person und geht durch das Dorf, ein großes Waldstück Richtung Meer zur Playa la Barrosa und auf dem selben Weg zurück. Die Pferde waren einfach zu händeln und der Galopp am Strand war einfach nur traumhaft schön.

Wenn Reiten vielleicht nicht so deins ist, dann schau doch gerne mal bei der lieben Melanie  von “Ganzwunderbar” vorbei. Sie beschreibt tolle Yogareisen, u.a. nach Andalusien.

*Kap Trafalgar

Der Leuchtturm Faro de Trafalgar und die Reste eines maurischen Wachturms, der als nationales spanisches Monument geschützt ist, befinden sich circa 20 min mit dem Auto entfernt und bei guter Sicht kann man neben den tollen Panoramablicken bis nach Afrika sehen.

Die Umgebung ist wunderbar. Die Atlantikwellen brechen sich vor wunderschönen Sandstränden und Dünen mit feinem Sand. Geparkt und gegessen haben wir in der Bar las Dunas direkt am Weg zum Turm. Die rustikale Ausstattung und der gepflegte Garten laden zum verweilen ein und die Bar ist Treffpunkt für Surfer, Kiter, Aussteiger und Wanderer.  Nachteil: Das Essen ist aber leider viel zu teuer für die angebotene Qualität und Menge.

*Medina-Sidonia

Unser Weg führte uns eher zufällig nach Medina-Sidonia, welches ungefähr 35 Minuten mit dem Auto entfernt von Conil de la Frontera liegt. Medina-Sidonia, das nicht als Touristenstadt bekannt ist, thront auf einer 300m hohen Anhöhe und bietet traumhafte Aussichten in die Umgebung und die Bucht von Cádiz. Die wechselhafte Geschichte von der Besetzung von Römern, Westgoten, Mauren und Christen prägt bis heute das Stadtbild.

# Stierzucht in Andalusien

Ein Flyer aus der Touristeninformation brachte uns zu Toro4x4. Die Absprache im Vorfeld war etwas schwierig, weil sie am Telefon nur spanisch sprachen. Mit unserem spanisch sprechenden Joker aus Deutschland, waren wir dann für 16:30 Uhr auf irgendeinem Parkplatz in Medina- Sidonia verabredet und warteten gespannt, was passiert.

Pepe, ein großer Mann von etwa 50 Jahren mit dunklen Haaren und Dreitagebart, fuhr pünktlich mit seinem leicht verbeulten Jeep vor und stieg lässig mit einer Zigarette in der Hand aus. Relativ schnell stellten wir fest, dass er nur spanisch spricht und wir dies leider immer noch nicht beherrschen. Pepe telefonierte dann kurz und eine Bekannte wurde als Dolmetscherin engagiert. Sie wusste lustigerweise erst im Moment des Anrufes davon und machte sich gleich auf den Weg. Auf einem weiteren Parkplatz trafen wir sie dann und unsere Tour zu einer typischen Zuchtfarm für Kampfstiere ging endlich richtig los. Wir fuhren noch ein ganzes Stück auf der sogenannten „Ruta de los torros”, der Straße der Stiere, in Richtung Süden. In diesem Gebiet Andalusiens haben sich viele Stierzuchtfarmen angesiedelt, um Stiere für die umstrittenen Stierkämpfe zu züchten. In ganz Spanien gibt es weit über 1000 Stierzuchtfarmen und eine der berühmtesten besuchten wir mit Pepe. In Nunez del Cuvillo werden die Stiere für die größten Stierkämpfe (corridas) in Madrid und Pamplona gezüchtet.

*Was du sicher noch nicht über Stiere wusstest

Pepe erzählt mit viel Herzblut von den Stieren und der Arbeit mit Ihnen. Wir lernten unglaublich viel und waren fasziniert von den großen, starken Tieren mit ihren spitzen Hörnern. Beispielsweise ist die Form der Hörner allein schon ein Qualitätsmerkmal für einen guten Stier. Gewünscht sind gleichmäßige nach oben geformte Hörner und nicht gerade oder unterschiedlich stehende Hörner. Dies versucht der Züchter über Jahre in seinen Zuchtlinien zu erreichen.

Die Tiere leben auf riesigen Weideflächen in Herdenverbänden und bekommen nur natürliches Futter. Die Weiden sind mit Stacheldrähten gesichert und werden 24 Stunden an 356 Tagen im Jahr überwacht. Sollte ein Stier ausbrechen, kann sofort eingegriffen werden. 

Den Kontakt der Stiere mit den Menschen versucht man auf ein Mindestmaß zu begrenzen, da dieser nur in der Stierkampfarena erwünscht ist. Die Stiere werden so wild wie möglich gehalten, um dann die nötige Angriffslust während des Stierkampfes zu zeigen. Ein Stier kämpft nur einmal im Leben, wobei dieser Kampf in der Arena meist tödlich für ihn endet. Wenn er gut gekämpft hat, kann das Publikum oder der König entscheiden, dass er am Leben bleibt und fortan in der Zucht eingesetzt wird.

Viele Menschen glauben, dass der Stier im Kampf auf die rote Farbe in der Fahne des Toreros reagiert und deshalb auf ihn zugestürmt kommt. Stiere sind farbenblind und reagieren nur auf die Bewegung der Fahne. Ursprünglich war es ein weißes Tuch, welches sich durch das Blut des Stieres zu schnell färbte, wodurch man es aus ästhetischen Gesichtspunkten durch ein rotes Tuch ersetzte.

In der Dämmerung wird es richtig laut auf den Weiden. Die Stiere fordern sich gegenseitig zu Rangkämpfen auf und berichten sich von den „Ereignissen des Tages“. Es war ein unglaubliches Gefühl diese Geräusche zu hören. Der Tag endete bei einer Tasse Tee in einem kleinen Restaurant in Medina-Sidonia. 

Dieser Beitrag beteiligt sich nicht an der gegenwärtigen Diskussion über Stierkämpfe, sondern schildert ausschließlich die Erlebnisse auf einer Stierzuchtfarm in Andalusien. 

# Jerez de la Frontera – zu viel Sangria und Regen

Jerez de la Frontera ist die Stadt der Pferde, des Flamencos und des Sherrys. das wird überall in der Stadt sichtbar. Die Altstadt mit vielen schönen ihren Bauwerken und Plätzen (z.B. Plaza de la Asunción und der Plaza Rafael Rivero) zählt zum nationalen Kulturgut in Spanien. Jerez gehört zur Route der Weißen Dörfer, der Weinroute (Rutas de los Vinos de Cádiz) und der Route der Stiere (Ruta del Caballo y el Toro) und hat circa 212.000 Einwohner.

Nach dem Besuch der Show „Wie andalusische Pferde tanzen“ der Königlichen Andalusischen Hofreitschule genossen wir ein spätes Mittagessen mit einem Glas Sangria auf der Plaza del Arenal im Zentrum von Jerez. Das Auto haben wir direkt im Parkhaus Parking Plaza Arenal, Plaza del Arenal, s/n, 11403 Jerez de la Frontera, geparkt. Diese Sangria war eine der stärksten, die ich je getrunken habe und so mussten wir noch ein bisschen Zeit mit Shopping rund um den Plaza Arenal bis zur Rückfahrt verbringen. Von einem plötzlichen Regenschauer überrascht flüchteten wir in die Kathedrale von Jerez, die uns dankenswerterweise Unterschlupf gewährte bis der Regen vorrüber war. Mit echten Churros getunkt in Schokoladensoße verabschiedeten wir uns von Jerez.

Kurztrip Andalusien - spanisches Essen

*Top 10 Sehenswürdigkeiten in Jerez de la Frontera

  • Königlich Andalusische Hofreitschule (Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre)
  • Karthäusergestüt Yeguada de la Cartuja Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Kathedrale von Jerez
  • Alcazar von Jerez, der maurische Königspalast in der Nähe der Plaza del Arenal
  • eine Sherry Bodega, z.B. Bodega Tio Pepe oder Sandemann (in der Nähe der Hofreitschule)
  • Kirche San Dionisos aus dem 13. Jahrhundert
  • Kloster La Cartuja aus dem 15. Jahrhundert (rund 5 km südöstlich vom Zentrum Jerez)
  • Kirche San Miguel im gotisch-barockem Stil
  • Kirche San Marcos aus dem 13. Jahrhundert
  • Rennstrecke für Motorrad- und Autorennen (10 km östlich von Jerez)

Tipp: Wenn du deine Reisezeit frei wählen kannst, komm unbedingt zum Zeitpunkt der Ferias in die Stadt.

Feste in Jerez de la Frontera

Februar / März

Festival de Flamenco de Jerez, eines der bedeutendsten seiner Art in Europa

Anfang bis Mitte Mai

Feria del Caballo, ursprünglich ein Pferdemarkt und nun eines der größten Feste in Andalusien mit Pferdeumzug, Flamenco und andalusischer Lebensfreude

Anfang bis Mitte September

Fiestas de Otoño – Weinlesefest

*Spanische Hofreitschule „Wie andalusische Pferde tanzen“

Die Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre liegt im Norden von Jerez de la Frontera und ca. 45 Minuten mit dem Auto von Conil de la Frontera entfernt. Parkplätze gibt es nur im öffentlichen Raum auf den Straßen der Umgebung.

Wir hatten für 12 Uhr Karten für die Show „Wie andalusische Pferde tanzen“, einem Pferdeballett zu spanischer Musik und Kostümen in der Art des 18. Jahrhundert. Es werden Lektionen der klassischen Dressur, der Arbeit an der Hand und am langen Zügel, dem Formationsreiten und Gespann fahren gezeigt.

Wir waren begeistert von den anspruchsvollen Darbietungen der Pferde und Reiter untermalt mit spanischer Musik. Die Show findet in der Reithalle statt und von den Plätzen in der Mitte der langen Seite hat man einen guten Blick auf das Geschehen. Die Shows werden nicht jeden Tag gezeigt, wodurch man die Tickets (26 € pro Person) am besten im Vorfeld online kauft:

https://www.realescuela.org/en/

Die Veranstaltung dauert ca. 1,5 Stunden mit einer kurzen Pause. Die Zwischentexte werden leider nur auf Spanisch eingespielt, was der Vorführung selbst aber keinen Abbruch tut. Die Show „Wie andalusische Pferde tanzen“ wird meiner Meinung nach sowohl Pferdeliebhaber als auch Nichtpferdefreunde durch die Einheit von Pferd und Reiter und die gezeigten Choreografien begeistern. Nach oder vor der Show kann man die großzügige und gut gepflegte Anlage besichtigen, die Pferde beim Training beobachten, einen Blick in die Sattlerei werfen oder das Kutschenmuseum besuchen.

Tipp: Bei der Morgenarbeit kann man die Arbeit mit Pferden verschiedener Ausbildungsstände, sowohl an der Hand, unterm Reiter und vor der Kutsche, beobachten. Die Tickets dafür kosten inklusive deutschsprachiger Führung 11 € pro Person (Beginn 10 Uhr, 2 Stunden, nicht an allen Tagen).

# Reiseplan für deinen Kurztrip nach Andalusien

Reiseplan Andalusien

Und du?

Warst du auch schon mal in Andalusien? Was waren deine Highlights? Sollte man Ronda und Granada unbedingt sehen? Hast du noch mehr Tipps? Vielleicht einen kulinarischen? Lass einfach ein Kommentar da!

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6 Kommentare bei „Einmal Sonne bitte! Kurztrip nach Andalusien im November – Stiere, Tapas und Geheimtipps“

  1. […] möchtest gerne einmal einen Kurztrip nach Andalusien machen? Dann schau doch gerne mal bei der lieben Anja auf ihrem Weltentdecker Blog vorbei. Dort hat […]

  2. Witzig, die Sache mit dem Party-Taxi. Da startet man doch gleich besser in den Tag. 😆
    Mein letzter Besuch in Andalusien liegt schon ein paar Jahre zurück. Ronda und Granada hab ich aber schon als Highlights in Erinnerung. Letzteres natürlich wegen der zauberhaften Alhambra. Liebe Grüße, Carina

    1. für Weltentdecker sagt: Antworten

      Hallo Carina!

      Wir waren den ganzen Tag nicht mehr müde! 😂 Ronda und Granada mit der Alhambra sind wirklich beeindruckend. Ich war vor ein paar Jahren auch da.

      Liebe Grüße

      Anja

  3. Andalusien ist toll!. Nette Menschen, kulturvolle Städte und ganz tolles Essen. Ganz besonders gut hat mir Cádiz mit seinen Gassen und ihren lebendige Fassaden, Balkonen, Dachterrassen, vielen interessante Geschäfte, Cafés und Bars. Raffinierte Tappas in Jugendstilambiente empfehle ich die Bar ‘Royalty’
    https://pennypennypennyblog.com/2018/01/08/cadiz/

    1. für Weltentdecker sagt: Antworten

      In Cadiz war ich leider noch nicht, aber das klingt toll! 🙂

  4. Das hast du sehr schön geschrieben, da kommen gleich die Erinnerungen wieder hoch😊

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